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Herausforderung durch Lockergestein

Veröffentlicht:
12 Februar 2026
Text
Andrea Hirling
Photo
Gerhard Kahr

In Südtirol, Norditalien, bildet der Branzoll-Umfahrungstunnel den letzten Baustein eines über Jahrzehnte verfolgten Infrastrukturprojekts zur Entlastung der SS12 „Brennerstaatsstraße“ – einer der historisch bedeutendsten Nord-Süd-Verbindungen Italiens – im Abschnitt südlich von Bozen zwischen St. Jakob und Branzoll. Nach Fertigstellung wird der Tunnel die Gemeinde Branzoll nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlasten.

Branzoll Umfahrungstunnel

Location
Branzoll (Südtirol), Italien

Bauen unter Wohngebieten und Infrastruktur

Der neue, 702 m lange Tunnel, der 2023 an die Arbeitsgemeinschaft STRABAG AG – Erdbau Srl vergeben wurde, verläuft direkt unter Wohngebieten sowie unter dem Aldeiner Bach. Diese Trassenführung ist für die Verkehrsentlastung essenziell, bringt jedoch komplexe geologische und geotechnische Herausforderungen mit sich. Der Baugrund besteht aus hochdurchlässigen alluvialen Sedimenten, glazialen Moränenablagerungen, Kies sowie gering standfestem Mur- und Hangschuttmaterial.

Zur sicheren Beherrschung der anspruchsvollen geologischen Bedingungen entschied sich das Projektteam für einen Tunnelvortrieb nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT/NATM). Der sequentielle Ausbruch erfolgt dabei unter dem Schutz eines Rohrschirmsystems. Jeder Vortriebsschritt wird unmittelbar durch Spritzbeton, Stahlgitterbögen sowie eine systematische Ankerung gesichert und stabilisiert.

Installation der Rohrschirme mit dem Sandvik DT921i Jumbo

“Das AT Pipe Umbrella System ermöglicht unseren Mineuren einen sicheren und effizienten Vortrieb.”

Zuverlässige Lösungen für den Vortrieb im Lockergebirge

Sandvik Ground Support übernimmt unter diesen Bedingungen eine zentrale Rolle für Sicherheit und Baufortschritt. Zum Einsatz kommen das bewährte AT Pipe Umbrella System sowie DSI Hollow Bar Anker für die Primärsicherung.

Mit einem Sandvik DT921i Jumbo mit integrierter Automatisierung und hydraulischen Presseinheiten werden pro Vortriebsabschnitt zwischen 53 und 60 AT-139-Stahlrohre mit Längen von jeweils 15 bis 18 m installiert. Diese bilden einen tragfähigen Voraushang, unter dem jeweils 9 bis 10 m Vortrieb realisiert werden können. Ergänzend kommen selbstbohrende Hohlstabanker der Typen R32 und R51 zur Sicherung der Ortsbrust und der Tunnelschale zum Einsatz.

Trotz des Antreffens von Findlingen mit Volumina von bis zu vier Kubikmetern liegt der Vortrieb im Zeitplan – ein deutlicher Beleg für die Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Systems im Lockergebirge.

Aufgrund der geringen Überdeckung ist eine kontinuierliche geotechnische Überwachung unerlässlich. Manuelle und automatische Totalstationen, Inklinometer sowie seismische Sensoren erfassen die Gebirgsbewegungen und stellen sicher, dass Setzungen an der Oberfläche innerhalb der zulässigen Grenzwerte bleiben.

Eine nachhaltige Verbindung

Die Umfahrung Branzoll, kofinanziert durch die Autonome Provinz Bozen und den Fonds für Entwicklung und Kohäsion (FSC), schließt künftig einen rund neun Kilometer langen Verkehrskorridor. Dieser wird den Verkehrsfluss verbessern und die Lebensqualität im Südtiroler Etschtal nachhaltig erhöhen.

Durch die Kombination bewährter Vortriebstechniken mit präziser und zuverlässiger Gebirgssicherung von Sandvik zeigt das Projekt, wie moderne Ingenieurlösungen auch unter anspruchsvollsten geologischen Bedingungen eine sichere und langlebige Infrastruktur ermöglichen.

Mit dem AT Pipe Umbrella System, den DSI Hohlstabankern sowie der kontinuierlichen technischen Unterstützung vor Ort von Sandvik schreitet das Projekt Branzoll-Umfahrungstunnel trotz anspruchsvoller Baugrundverhältnisse sicher und planmäßig voran.

Umfahrungstunnel Branzoll

Zweck: Letzte Bauphase der SS12-Entlastungsstrecke zur Reduzierung von Verkehr und Umweltbelastung in Leifers, Steinmannwald und Branzoll

Tunnellänge: 702 m (642 m konventioneller Vortrieb + 60 m Deckelbauweise)

Baugrund: Lockere alluviale Sedimente, Moränen, Kies, Murablagerungen

Ausbausystem: 2 x AT-Rohrschirm-Automatisierungssysteme

Ausrüstung: Sandvik DT921i Bohrjumbo mit Automatisierung und hydraulischen Presseinheiten

Produkte: AT 139 Stahlrohre, Presseinheit, selbstbohrende Hohlstabanker R32-280 und R51-660

Projektstatus: In Ausführung – Fertigstellung planmäßig erwartet

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